Wie lange die Erstellung einer Website dauert, hängt stark vom Websitetyp ab: Eine einfache Präsentationsseite dauert in der Regel 2-4 Wochen, eine Unternehmensseite mit vollständigerer Identität 4-8 Wochen, ein E-Commerce-Shop mit Integrationen 6-12 Wochen, und eine Webanwendung, die individuelle Software erfordert, beginnt meist bei 3 Monaten. Der Faktor, der diese Fristen am häufigsten verlängert, ist dabei gar nicht technischer Natur: das Warten auf Inhalte vom Kunden.
Realistische Fristen je nach Websitetyp
Präsentations- und Unternehmenswebsite (2-4 / 4-8 Wochen)
Eine 5-8-seitige Präsentationsseite ist bei fertigem Content in 2-4 Wochen abgeschlossen. Eine Unternehmensseite mit mehreren Sprachen, Blog-Infrastruktur und zusätzlichen individuellen Seiten (Karriere, Referenzen, Zertifikate) zieht sich auf 4-8 Wochen. Dieser Unterschied ergibt sich größtenteils aus der Anzahl der Freigaberunden und der Seitenzahl.
Ein Beispielzeitplan für eine 7-seitige, einsprachige Unternehmensseite sieht so aus: Woche 1 für Analyse und Sitemap, Woche 2-3 für Design und Freigaberunden, Woche 4-5 für die Entwicklung, die letzte Woche für Test und Livegang. Dieser Zeitplan ist nur realistisch, wenn die Inhalte (Text, Bild) zu Projektbeginn bereits vorliegen; andernfalls verschiebt sich jede Woche um einige Tage.
E-Commerce-Website (6-12 Wochen)
Liegt die Produktanzahl unter 50 und erfolgt die Zahlungs-/Versandintegration über eine Standardinfrastruktur, können 6-8 Wochen ausreichen. Erreicht die Produktanzahl Tausende und sind Lager-/ERP-Integration, mehrere Versanddienstleister und individuelle Filterung erforderlich, verlängert sich die Frist auf 10-12 Wochen oder darüber hinaus. Detaillierte Schritte finden Sie in unserem Leitfaden zum Aufbau eines Onlineshops.
Individualsoftware / Webanwendung (ab 3 Monaten)
Bei Bedarfen, die nicht in eine Standardvorlage passen, wie Terminsystem, Mitgliederbereich oder individuelle Berechnungslogik, beginnt die Frist bei 3 Monaten und kann mit wachsendem Umfang auf bis zu 6 Monate steigen. Bei solchen Projekten fällt die Antwort auf die Frage WordPress oder individuelle Software meist zugunsten der Individualsoftware aus, weil die Flexibilität eines fertigen CMS nicht ausreicht.
Wie die Seitenzahl die Frist einer Unternehmenswebsite beeinflusst
Mit steigender Seitenzahl wächst die Frist nicht linear, sondern stufenweise, denn jede neue Seite bringt nicht nur Designaufwand, sondern auch Textarbeit, Freigabe- und Testaufwand mit sich. Der Unterschied zwischen einer 6-seitigen und einer 15-seitigen Website liegt meist zwischen 2 und 3 Wochen. Kommen zusätzliche Seiten wie Karriere, Zertifikate oder Kontaktdaten mehrerer Standorte hinzu, wird dieser Anstieg noch deutlicher; fragen Sie deshalb bei jedem Angebot unbedingt, wie sich die Seitenzahl auf die Zeitplanung auswirkt.
Zwei Praxisbeispiele
Nehmen wir einen neu eröffneten Friseursalon in Köln, der eine 6-seitige Präsentationsseite mit Terminformular wünscht: Bringt die Inhaberin zum ersten Termin bereits die Preisliste, einige Salonfotos und das Logo mit, lässt sich das Projekt in 3 Wochen abschließen. Verschiebt dieselbe Inhaberin das Fotoshooting und versucht, die Texte selbst zu schreiben, gerät das Projekt in Verzug, und derselbe Umfang zieht sich leicht auf 5-6 Wochen.
Anders sieht es bei einem Fertigungsunternehmen in Stuttgart aus: Für eine 12-seitige Unternehmensseite mit Produktkatalog und zwei Sprachen wird die Frist zunächst auf 6-7 Wochen geplant; müssen jedoch drei verschiedene Abteilungen (Vertrieb, Produktion, Qualität) die Produktbeschreibungen jeweils einzeln freigeben, kann allein diese interne Abstimmung 2 zusätzliche Wochen kosten. Dieses Beispiel zeigt, dass der Faktor, der die Frist verlängert, meist nicht bei der Agentur, sondern in der Entscheidungsstruktur des Kunden liegt.
In beiden Beispielen war das anfängliche Fristangebot der Agentur identisch; den Unterschied machte die eigene Vorbereitung und Entscheidungsgeschwindigkeit des Kunden aus. Achten Sie deshalb bei einem Angebot nicht nur auf das Arbeitstempo der Agentur, sondern auch ehrlich darauf, wie schnell Ihr eigenes Team Feedback und Inhalte liefern kann. Unternehmen, die diese Selbsteinschätzung frühzeitig vornehmen, einigen sich mit der Agentur auf einen realistischeren Zeitplan und erleben mitten im Projekt keine Enttäuschung.
Wie verändert sich die Frist bei einem Relaunch-Projekt?
Statt einer Neuerstellung eine bestehende Website zu erneuern, wirkt auf den ersten Blick schneller, ist aber nicht immer so. Lassen sich bestehende Inhalte, Bilder und Markenidentität weiterverwenden, verkürzt sich die Frist tatsächlich, und ein Relaunch einer Präsentationsseite kann in 2-3 Wochen abgeschlossen sein. Ist die Inhaltsstruktur der alten Website jedoch unübersichtlich, soll die Markenidentität aktualisiert werden oder müssen Daten (Blogbeiträge, Produktdatensätze) aus dem alten CMS in eine neue Infrastruktur migriert werden, kann ein Relaunch-Projekt länger dauern als eine Neuerstellung; allein die Datenmigration und die SEO-schonende Übertragung der URL-Struktur erfordern 1-2 Wochen.
Zeit oder Qualität? Was bei beschleunigten Projekten geopfert wird
Wenn Sie ein Projekt weit unter die übliche Frist drücken möchten, etwa eine 8-wöchige Unternehmensseite auf 2 Wochen, wird an irgendeiner Stelle zwangsläufig etwas geopfert. Die in der Praxis häufigsten Kompromisse sind: Reduzierung der Freigaberunden auf 1 (das heißt, Sie sollen den ersten Entwurf weitgehend akzeptieren), Stockfotos statt eines individuellen Fotoshootings, ein verkürzter Testlauf (nur eine schnelle Prüfung in den wichtigsten Browsern) und Texte, die die Agentur ohne Abstimmung mit dem Kunden schnell und allgemein formuliert. Wenn Sie tatsächlich einen dringenden Launch-Termin haben, ist es gesünder, diese Kompromisse von vornherein bewusst zu akzeptieren, als später enttäuscht zu sein.
Das Verhältnis zwischen Frist und Budget
Je kürzer die Frist, desto höher meist die Kosten, weil die Agentur in diesem Zeitraum Ressourcen von anderen Projekten auf Ihres verschiebt. Möchten Sie ein Standardprojekt von 6 Wochen auf 3 Wochen verkürzen, ist ein "Beschleunigungsaufschlag" von 15-30 % im Angebot, bedingt durch ein zusätzliches Teammitglied oder Arbeit außerhalb der regulären Zeiten, nicht überraschend. Passen Ihr Budget und Ihr Zeitziel nicht zueinander, ist eine Reduzierung des Umfangs (weniger Seiten, einfachere Funktionen) meist die nachhaltigere Lösung als ein Aufpreis.
Die tatsächlichen Faktoren, die den Prozess verlängern
Unserer Erfahrung nach ist der wichtigste Faktor für die Dauer eines Website-Projekts die Geschwindigkeit der Inhaltslieferung. Projekte, bei denen Text, Produktfotos, Logo und Markenrichtlinien vor Designbeginn bereits vorliegen, bleiben nahe der unteren Grenze der angebotenen Frist; kommen die Inhalte hingegen häppchenweise während oder nach dem Design, verlängert sich die Frist meist um 40-60 %.
Neben den Inhalten gibt es weitere reale Faktoren, die die Frist beeinflussen:
- Anzahl der Freigaberunden: Steigt die Zahl von den üblichen 2 Runden auf 4-5, kommen pro zusätzlicher Runde durchschnittlich 3-7 Tage hinzu.
- Anzahl der Entscheidungsträger: Erfolgt die Freigabe nicht durch eine Person, sondern durch ein Gremium, kommt die interne Abstimmungszeit zum Projekt hinzu.
- Komplexität der Integrationen: Projekte mit Zahlungssystem-, Buchhaltungssoftware- oder CRM-Integration benötigen zusätzlich 1-2 Wochen Testzeit.
- Bedarf an Foto-/Videoaufnahmen: Ist statt Stockfotos ein individuelles Shooting geplant, kann allein dessen Organisation 1-2 Wochen dauern.
- Urlaubs- und Stoßzeiten: In den Sommermonaten oder vor dem Jahreswechsel verlängern sich die Reaktionszeiten sowohl bei der Agentur als auch beim Kunden; für Projekte, die in diese Zeiträume fallen, ist es realistisch, 1-2 zusätzliche Wochen einzuplanen.
Kommen all diese Faktoren zusammen, ist ein Unterschied von 3-4 Wochen zwischen zwei Projekten gleichen Umfangs keineswegs überraschend; deshalb ist es sinnvoller, ein Fristangebot einer Agentur nicht als bestmögliches Szenario zu betrachten, sondern zu fragen, unter welchen Bedingungen es gilt.
Was bedeutet das Versprechen "Website in 3 Tagen"?
Versprechen wie "Ihre Website in 3 Tagen fertig" bedeuten meist, dass Ihr Logo und ein paar Texte auf eine fertige Vorlage gesetzt werden; das ist keine Lüge, aber es ist nicht die individuell gestaltete, zu Ihrer Marke passende Website, die Sie eigentlich brauchen. Ein solches Angebot kann für ein kleines Café oder eine persönliche Dienstleistungsseite sinnvoll sein, reicht aber für ein Unternehmen mit starker Markenidentität meist nicht aus und führt oft innerhalb weniger Monate zu erneutem Relaunch-Bedarf.
Bei einem solchen Versprechen sollten Sie konkret fragen: Wie viele Seiten sind enthalten, wer schreibt die Texte, wie viele Korrekturrunden gibt es, wurde die mobile Ansicht getestet, sind SSL und grundlegende SEO-Einstellungen vorgenommen. Erhalten Sie darauf keine klaren Antworten, bedenken Sie, dass die Zahl "3 Tage" wahrscheinlich nur die Einrichtungszeit meint und der Aufwand sowie das Verzögerungsrisiko auf Ihrer Seite nicht im Preis enthalten sind.
Den Unterschied zwischen fertiger Vorlage und individuellem Design sowie was für Sie passt, vergleichen wir ausführlich in unserem Beitrag Theme oder individuelles Webdesign.
Wege, den Prozess sinnvoll zu beschleunigen
Hier sind die Methoden, die Kunden, die den Prozess wirklich verkürzen möchten, in der Praxis erfolgreich anwenden:
- Inhalte (Text, Bild, Logo) vor Projektstart vorbereiten; allein das Mitbringen dieser Dateien zum Briefing-Termin spart 1-2 Wochen.
- Feedback über eine einzige Person und Punkt für Punkt geben; statt Gremienfreigabe eine allein zuständige Person benennen.
- Design und Texterstellung parallel laufen lassen; kann der Texter gleichzeitig mit dem Designer arbeiten, überschneiden sich die Fristen nicht.
- Sitemap und Umfang bereits im ersten Termin festlegen und danach keine neuen Seiten oder Funktionen mehr hinzufügen; Umfangserweiterung ist der versteckte Faktor, der die Frist am meisten verlängert.
Wenn Sie Schritt für Schritt sehen möchten, welche Phasen ein Projekt durchläuft, lesen Sie unseren Beitrag Ablauf eines Website-Projekts; um Ihr Budget zu klären, unseren Leitfaden Website-Preise und -Kosten.
Häufig gestellte Fragen
Beeinflusst ein Agenturwechsel die Projektfrist?
Ein Agenturwechsel während eines laufenden Projekts verlängert die Frist fast immer; die neue Agentur muss zunächst den bestehenden Code und die Designentscheidungen prüfen, was meist 1-2 Wochen dauert. Die richtige Agenturwahl von Anfang an kostet deutlich weniger Zeit als ein Wechsel auf halbem Weg.
Kann ein Website-Projekt komplett ohne Verzögerung abgeschlossen werden?
Ja, aber die Bedingungen sind klar: Inhalte (Text, Bild, Logo) müssen vor Projektstart bereitstehen, es muss eine einzige entscheidungsbefugte Person geben, und Korrekturwünsche müssen klar und punktweise mitgeteilt werden. Sind diese drei Bedingungen erfüllt, endet das Projekt nahe der unteren Grenze der angebotenen Frist; etwa ein Viertel der von uns begleiteten Projekte verläuft auf diese Weise reibungslos.
Welche Frage sollte ich der Agentur vor Annahme des Fristangebots stellen?
Fragen Sie: "Unter welchen Bedingungen gilt diese Frist, und wann müssen die Inhalte geliefert werden?" Erhalten Sie keine klare Antwort, ist die Fristschätzung wahrscheinlich nicht realistisch, sondern lediglich eine optimistische Marketingzahl.
Steigen bei einer verlängerten Frist auch die Projektkosten?
Bei einem Festpreisvertrag ändert eine längere Frist die Kosten in der Regel nicht, solange sich der Umfang nicht ändert; sie verzögert lediglich, wann Sie Ihre Website erhalten. Entsteht die Verzögerung jedoch durch eine neue Anforderung (zusätzliche Seite, zusätzliche Funktion), fallen dadurch auch zusätzliche Kosten an.
Wie wirkt sich die gleichzeitige Beauftragung mehrerer Projekte (z. B. Website plus mobile App) auf die Frist aus?
Werden parallel laufende Projekte von einem einzigen Team betreut, können sich beide Liefertermine gegenüber einer getrennten Berechnung verzögern, da sich dieselben Design- und Entwicklungsressourcen auf zwei Projekte aufteilen. Wenn Ihnen die Frist wichtig ist, führt die Priorisierung eines Projekts mit anschließendem Start des zweiten meist schneller zum Ergebnis als die gleichzeitige Bearbeitung beider.
Bei Welda geben wir Ihnen bei Webdesign- und Entwicklungsprojekten bereits im ersten Gespräch einen realistischen Zeitplan und markieren Risiken, die die Frist verlängern könnten, von Anfang an. Um genau zu klären, wie lange Ihr Projekt dauern wird, können Sie über unsere Kontaktseite ein kostenloses Erstgespräch anfragen.