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Klinikmanagement

Wie führt man eine Zahnarztpraxis effizient? Ein praktischer Leitfaden

Welda-Team8 Min. Lesezeit30 September 2025

Zahnarztpraxis-Management bezeichnet den systematischen Ansatz, der von der Terminverfolgung über die Patientenakte bis zur Material- und Laborkoordination und Umsatzverfolgung den gesamten Praxisalltag zusammenhält; fehlt diese Struktur, kann selbst eine kleine Einzelpraxis schnell die Kontrolle verlieren. Viele Zahnarztpraxen arbeiten noch mit einem Papierterminbuch und handschriftlichen Patientenkarten; bei wenigen Patienten funktioniert das eine Weile, doch mit steigender Patientenzahl wird die Verfolgung von Behandlungsplänen, das Versenden von Erinnerungen und die Umsatzkontrolle zunehmend schwieriger.

In diesem Beitrag behandeln wir die gemeinsame Verfolgung von Terminen und Behandlungsplänen, die Verwaltung von Patientenakten und -historie, die Koordination von Verbrauchsmaterial und Labor, regelmäßige Recall-Erinnerungen und die Umsatzverfolgung.

Wie sollten Termine und Behandlungsplan gemeinsam verfolgt werden?

Termine und Behandlungsplan sollten in der Zahnmedizin nicht getrennt, sondern gemeinsam verfolgt werden, da die meisten Behandlungen nicht in einer einzigen Sitzung, sondern über mehrere aufeinander aufbauende Termine abgeschlossen werden; eine Wurzelbehandlung etwa braucht drei Sitzungen, ein Implantatprozess kann sich über mehrere Phasen und Monate erstrecken. Ein Terminbuch beantwortet nur die Frage 'wer kommt wann', während die Behandlungsplanverfolgung beantwortet, 'in welcher Phase befindet sich dieser Patient, was steht als Nächstes an'; werden beide getrennt geführt, kann leicht vergessen werden, für welchen Schritt der nächste Termin eines Patienten eigentlich geplant ist.

Eine konkrete Folge dieser Unübersichtlichkeit ist, dass ein Patient nur zur allgemeinen 'Kontrolle' einbestellt wird, obwohl ein bestimmter Behandlungsschritt ansteht, oder umgekehrt zu früh für eine noch nicht bereite Phase einen Termin erhält. In einer Praxis, in der Behandlungsplan und Terminkalender getrennt geführt wurden, wurden im Schnitt 8-10 Patienten pro Monat in der falschen Phase einbestellt, was sowohl für Patient als auch Behandelnde Zeit kostete.

Den Terminprozess von Anfang an richtig aufzusetzen, verringert dieses Problem erheblich; wir behandeln dieses Thema ausführlich in unserem Leitfaden zum Terminsystem in der Praxis, in dem wir erklären, wie Terminabstände je nach Behandlungsart geplant werden sollten.

Wie sollte der Terminabstand bei mehrstufigen Behandlungen festgelegt werden?

Bei mehrstufigen Behandlungen (Implantate, Kieferorthopädie, Prothesen) sollten die minimale und maximale Zeit zwischen den einzelnen Phasen klar festgelegt und im Terminsystem vermerkt werden; muss etwa der Kontrolltermin nach einer Implantation innerhalb von 10-14 Tagen stattfinden, sollte vor Ablauf dieser Frist eine Erinnerung ausgelöst werden. Andernfalls kann der Behandlungserfolg gefährdet sein, wenn der Patient eine Phase verzögert.

Wie sollten Patientenakte und -historie geordnet geführt werden?

Eine Patientenakte sollte nicht nur Kontaktdaten, sondern auch frühere Behandlungen, verwendete Materialien, Allergien und wichtige Hinweise enthalten, etwa eine Reaktion auf Lokalanästhesie oder Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten; fehlt diese Information oder ist sie verstreut, geraten sowohl die Behandlungssicherheit als auch das Patientenerlebnis in Gefahr. Wird ein von einem Patienten bei einem früheren Besuch genannter Allergiehinweis von einer anderen Behandelnden oder Assistenz nicht gesehen, wird dieselbe Frage erneut gestellt, und beim Patienten entsteht der Eindruck, seine Angaben seien gar nicht erfasst.

Ein weiterer Vorteil einer geordneten Patientenakte ist, dass sich über Jahre angesammelte Behandlungshistorie auf einen Blick erfassen lässt; ist klar dokumentiert, welcher Zahn vor fünf Jahren eine Füllung bekam oder wurzelbehandelt wurde, kann die Behandelnde bei einer neuen Beschwerde rasch in die Historie schauen und eine treffendere Diagnose stellen. Bei Papierkarten hängt der Zugriff auf diese Historie davon ab, dass die Karte physisch auffindbar ist; geht sie verloren, geht die Historie mit ihr verloren.

Wie sich Patientenakte und Historie in einem digitalen System aufbauen lassen, behandeln wir ausführlicher in unserem Beitrag zur Patientenverwaltung mit digitalen Akten, in dem wir festlegen, welche Angaben verpflichtend und welche optional sein sollten.

Wie werden Material- und Laborkoordination gemanagt?

Die Materialkoordination ist der Prozess, der garantiert, dass das für einen Eingriff benötigte Material vor dem Termin in der Praxis bereitliegt; fehlt diese Koordination, kann der Termin wegen fehlendem Material verschoben werden müssen, wenn der Patient bereits da ist, was sowohl das Vertrauen des Patienten beschädigt als auch den Tagesplan der Behandelnden durcheinanderbringt. Das gilt besonders für individuell zu bestellendes Material wie Implantate und Prothesen, bei denen Terminplanung und Materialbestellung gleichzeitig ausgelöst werden müssen.

Auch die Laborkoordination erfordert vergleichbare Sorgfalt; kommen Prothesen, Kronen oder kieferorthopädische Apparaturen von einem externen Labor, muss die Lieferzeit des Labors klar vor dem Termin berechnet werden. In einer Praxis, in der sich der Liefertermin des Labors mit dem Behandlungstermin überschnitt und die Prothese beim Erscheinen des Patienten noch nicht da war, entstand ein ernsthafter Vertrauensverlust für Patient und Behandelnde gleichermaßen.

Der praktische Weg, diese Koordination zu erleichtern, besteht darin, Versand- und Liefertermine des Labors zu jedem Behandlungsplan im selben System wie den Terminkalender zu vermerken; so wird der Laborprozess beim Anlegen des Termins automatisch mit erinnert, und das Risiko des Vergessens sinkt.

Was kostet es konkret, den Materialbestand nicht zu verfolgen?

In einer Praxis, die den Materialbestand nicht verfolgt, wird meist eine Eilbestellung ausgelöst, sobald auffällt, dass ein kritisches Material, etwa ein bestimmtes Füllmaterial oder ein Anästhetikum, aufgebraucht ist; solche Eilbestellungen können 15-30 Prozent teurer sein als die reguläre Beschaffung, und die betroffenen Behandlungen müssen möglicherweise so lange verschoben werden, bis die Eilbestellung eintrifft. Einen einfachen Mindestbestand festzulegen und bei dessen Erreichen zu bestellen, verhindert sowohl die Mehrkosten als auch die Terminstörung.

Wie sorgt man mit Erinnerungen für regelmäßige Kontrollen?

Eine Recall-Erinnerung ist eine automatische Benachrichtigung, die verhindert, dass der Patient die halbjährliche oder jährliche Routineuntersuchung vergisst; ohne sie plant der Großteil der Patienten den Kontrolltermin nicht von sich aus, viele erinnern sich an die Praxis erst, wenn eine Beschwerde auftritt. Eine regelmäßige Kontrollerinnerung ist sowohl für die Mundgesundheit des Patienten als auch für den stetigen Umsatz der Praxis ein wichtiges Instrument.

Damit die Erinnerung wirkt, müssen Zeitpunkt und Inhalt klar sein; statt nur 'Ihr Kontrolltermin steht an' zu schreiben, erleichtert eine Nachricht, die auf das Datum des letzten Besuchs verweist und einen kurzen Online-Terminlink enthält, dem Patienten das sofortige Handeln erheblich. Wie sich solche Erinnerungen über WhatsApp automatisieren lassen, haben wir ausführlich in unserem Beitrag zur WhatsApp-Terminautomatisierung beschrieben.

Ein weiterer Vorteil der Kontrollerinnerung ist, durch frühe Diagnose größere und teurere Behandlungen zu vermeiden; bei einem Patienten, der alle sechs Monate zur Kontrolle kommt, wird eine kleine Karies früh erkannt und mit einer einfachen Füllung behoben, während dieselbe Karies bei einem Patienten, der zwei bis drei Jahre nicht zur Kontrolle kommt, so weit fortschreiten kann, dass eine Wurzelbehandlung oder Extraktion nötig wird. Dieser Unterschied zeigt den Wert der regelmäßigen Kontrolle für Patient und Praxis gleichermaßen.

Wie sich lange nicht erschienene Patienten systematisch zurückholen lassen, behandeln wir ausführlich in unserem Beitrag zum Patienten-Recall-System, in dem wir konkrete Kriterien dafür liefern, welche Patientengruppen vorrangig kontaktiert werden sollten.

Wie sollte die Umsatzverfolgung in der Zahnarztpraxis erfolgen?

Die Umsatzverfolgung in der Zahnarztpraxis beschränkt sich nicht auf den Blick auf die tägliche Kassensumme; wie viel Umsatz welche Leistung bringt, welcher Patient bei seinem Zahlungsplan im Rückstand ist und wie sich der monatliche Gesamtumsatz im Vergleich zum Vormonat entwickelt, sollte jeweils separat verfolgt werden. Besonders bei Patienten mit Ratenzahlung führt das Nichtverfolgen der nächsten Ratenfälligkeit dazu, dass sich in der Praxis unbemerkt offene Forderungen ansammeln.

In einer Praxis, in der die Ratenverfolgung per Hand im Notizbuch erfolgte, wurde im Schnitt alle drei Monate ein Ratentermin übersehen, und der Betrag oft erst Monate später bemerkt; solche Verzögerungen senken sowohl die Zahlungsquote als auch führen sie mitunter zu Spannungen mit dem Patienten wegen der Zahlung. Ratentermine gemeinsam mit dem Terminsystem automatisch zu erinnern, verringert dieses Risiko erheblich.

Auch die Umsatzverfolgung nach Behandlungsart ist wichtig; eine Leistungsplanung ohne zu wissen, welche Behandlungsart für die Praxis am rentabelsten ist und welche kaum die Kosten deckt, führt meist zu unklugen Entscheidungen. Wer dieses Thema vertiefen möchte, findet in unserem Beitrag Klinikfinanzen: Einnahmen und Ausgaben weiterführende Informationen.

Worin unterscheidet sich das Management einer Einzelpraxis von dem einer Gemeinschaftspraxis?

In einer Einzelpraxis können alle Abläufe meist von der Behandelnden selbst oder mit einer einzigen Assistenz verfolgt werden, doch in Praxen, in denen mehrere Behandelnde oder unterschiedliche Fachrichtungen wie Kieferorthopädie und Allgemeinzahnmedizin zusammenarbeiten, wächst der Koordinationsbedarf deutlich; jede Behandelnde kann einen eigenen Terminkalender, eine eigene Patientenlast und eigene Materialvorlieben haben. Ohne ein gemeinsames Termin- und Aktensystem bleibt in diesem Fall die Historie desselben Patienten bei unterschiedlichen Behandelnden verstreut an verschiedenen Stellen liegen.

Auch die gemeinsame Nutzung von Räumen und Geräten erfordert in Gemeinschaftspraxen eine eigene Koordination; nutzen zwei Behandelnde dasselbe Röntgengerät oder denselben Sterilisationsraum, müssen die Terminabstände diese gemeinsame Nutzung berücksichtigen. Andernfalls muss der Patient einer Behandelnden warten, bis der Raum frei wird, und diese Verzögerung setzt sich kettenartig über den restlichen Tag fort.

Warum sollte die Aufgabenverteilung zwischen Assistenz und Prophylaxe-Fachkraft geklärt sein?

Wird die Aufgabenverteilung zwischen Assistenz und Prophylaxe-Fachkraft nicht klar definiert, entsteht in stark ausgelasteten Stunden Unklarheit darüber, wer welche Aufgabe übernimmt, und diese Unklarheit wirkt sich direkt auf die Wartezeit der Patienten aus. Ist für jede Mitarbeiterin die morgendliche Routine, die Vorbereitung zwischen den Terminen und der Tagesabschluss in einer schriftlichen Aufgabenliste festgelegt, läuft der Arbeitsablauf auch an stark ausgelasteten Tagen ohne Störung weiter.

Wie hängt die Gewinnung neuer Patienten mit dem Praxismanagement zusammen?

Die Gewinnung neuer Patienten wirkt wie ein vom internen Praxisablauf unabhängiges Marketingthema, hängt in Wirklichkeit aber direkt damit zusammen; ein reibungslos laufendes Terminsystem und ein konsistentes Patientenerlebnis bestimmen, wie viele neu gewonnene Patienten zu wiederkehrenden, treuen Patienten werden. Trifft ein über Werbung gewonnener Patient beim ersten Besuch auf einen chaotischen Terminablauf oder eine lange Wartezeit, sind die Gewinnungskosten weitgehend verschwendet.

Über welche Kanäle und wie sich die Patientengewinnung in Zahnarztpraxen stärken lässt, behandeln wir in unserem Beitrag zur Patientengewinnung in der Zahnarztpraxis, in dem wir auch darauf eingehen, wie eine gut aufgestellte interne Organisation die von außen kommende Nachfrage effizienter bedienen kann.

Wie baut man in den ersten 30 Tagen Ordnung in der Zahnarztpraxis auf?

Für eine Praxis, die diese Bereiche von Grund auf ordnen möchte, bietet die folgende Reihenfolge einen praktischen Fahrplan:

  1. Woche 1: Bestehende Patientenakten durchgehen und fehlende Angaben, Allergien, frühere Behandlungen, ergänzen.
  2. Woche 2: Terminkalender und Behandlungspläne zusammenführen und für jeden Patienten klar markieren, in welcher Phase er sich befindet.
  3. Woche 3: Mindestbestände für Verbrauchsmaterial festlegen und Laborliefertermine in den Terminkalender integrieren.
  4. Woche 4: Regelmäßige Kontrollerinnerungen aktivieren und die Ratenverfolgung systematisieren.

Eine Praxis, die diese vier Schritte umsetzt, stellt innerhalb kurzer Zeit fest, dass sowohl die Behandlungsabläufe ohne Störung verlaufen als auch die Umsatzverfolgung deutlich transparenter wird.

Es ist möglich, all diese Schritte mit Papierheften und verstreuten Notizen umzusetzen, doch Patientenakte, Behandlungsplan, Termine und Umsatzverfolgung in einem einzigen System zu vereinen, beschleunigt den Ablauf erheblich. Welda Clinic wurde dafür entwickelt, dass Zahnarztpraxen dies von einem einzigen Bildschirm aus steuern können. Wenn Sie die Organisation Ihrer Praxis gemeinsam mit uns durchgehen möchten, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

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