Beim Kassensystem für den Naturkostladen fällt die erste Entscheidung nicht am Bildschirm, sondern bei der Frage: Soll die neue Software wirklich Ihre Hauptkasse sein, inklusive TSE und Belegpflicht, oder soll sie neben Ihrer bestehenden Kasse Bestand und Marge sichtbar machen? Danach zählen drei praktische Prüfungen: Erfasst das System lose Ware grammgenau, trägt es den richtigen Steuersatz je Artikel und zeigt es Ihnen, was jede Warengruppe nach Einkaufspreisänderungen noch abwirft? Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet die teuersten Fehlkäufe in dieser Branche.
Dieser Ratgeber richtet sich an Inhaberinnen und Inhaber von Naturkostläden, Bioläden, Kräuter- und Reformwarengeschäften mit vielen kleinen Artikeln. Wie Sie den Bestand im Alltag organisieren, beschreibt unser Beitrag zur Warenwirtschaft im Kräuterladen mit loser Ware und Grammware. Hier geht es um die Kaufentscheidung: was Sie prüfen sollten, bevor Sie unterschreiben, und wann eine einfachere Lösung vernünftiger ist.
Bevor Sie vergleichen: Kasse ersetzen oder Überblick gewinnen?
Viele vergleichen Anbieter nach Funktionen, bevor sie geklärt haben, welche Aufgabe die Software eigentlich übernehmen soll. Im Naturkostladen sind das oft zwei verschiedene Probleme. Das eine ist die ordnungsgemäße Kassenführung, die in Deutschland strengen Vorgaben unterliegt. Das andere ist der fehlende Überblick: Wie viel Bio-Kurkuma ist noch da, was bleibt am losen Tee hängen, welche Ware blockiert seit Monaten das Regal?

Elektronische Aufzeichnungssysteme mit Kassenfunktion müssen in Deutschland grundsätzlich durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, kurz TSE, geschützt sein (§ 146a AO, KassenSichV). Hinzu kommen Belegausgabepflicht und Meldepflicht gegenüber dem Finanzamt. Das ist hier nur eine grobe Orientierung und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für die Kaufentscheidung heißt es aber: Fragen Sie nicht bloß „Sind Sie TSE-konform?“, sondern lassen Sie sich zeigen, welche TSE eingesetzt wird, wer sie bereitstellt, wie lange das Zertifikat läuft und wie die Daten bei einer Prüfung exportiert werden. Eine mündliche Zusage genügt dafür nicht.
Das gilt ausdrücklich auch für uns. Für Welda Stock beschreiben wir Barcode-Verkauf, Kundenbelege, Bestand und Marge, geben auf unseren Seiten aber keine TSE-Zusage. Wenn Sie eine neue Hauptkasse für den deutschen Markt suchen, klären Sie diesen Punkt also zuerst mit uns und mit Ihrer Steuerberatung, bevor über irgendetwas anderes gesprochen wird. Wenn Ihre Kasse bleiben soll und Ihnen vor allem die Warenwirtschaft fehlt, ist die Lage eine andere.

Der zweite Weg hat seinen Preis: Kommen die Kassenverkäufe nicht automatisch in den Bestand, entsteht täglich doppelte Arbeit, und doppelte Arbeit wird im Alltag irgendwann eingestellt. Fragen Sie daher konkret, wie Verkäufe aus der Kasse in die Warenwirtschaft gelangen, und testen Sie das an einem echten Tagesabschluss.
Warum ein Naturkostladen anders tickt als der Discounter
Ein Standardkassensystem geht davon aus, dass jede Packung eine EAN trägt und als Stück über den Scanner läuft. Im Naturkostladen stimmt das nur für einen Teil des Sortiments. Daneben stehen Schütten mit Linsen, Hirse und Müsli, Gläser mit Gewürzen und Tees, offene Nüsse und vielleicht ein Unverpackt-Bereich, in dem die Kundschaft eigene Behälter mitbringt. Auf einem Kassenbon können sich gewogene Ware, abgepackte Ware, Kosmetik und Pfandflaschen treffen.
Das System scheitert dabei selten spektakulär. Es wird nach und nach umgangen. Gewogene Ware läuft unter einer Sammeltaste „Lose Ware“, weil das schneller geht. Damit wissen Sie am Monatsende, was Sie mit „Lose Ware“ eingenommen haben, aber nicht, was mit dem Bio-Kurkuma passiert ist. Der Bestand entfernt sich vom Regal, niemand vertraut der Zahl, und die Warenkunde bleibt im Kopf der Inhaberin. Prüfen Sie daher kein Funktionsblatt, sondern die gewöhnlichsten fünf Minuten Ihres Tages an der Kasse.
Ein Regal, drei Steuer- und Einheitenwelten
Das eigentliche Herzstück des Kaufs ist der Artikelstamm. Eine Tüte Tee, lose Linsen und Naturseife stehen möglicherweise nur wenige Schritte voneinander entfernt, sind im System aber drei völlig verschiedene Fälle. Das betrifft die Einheit, die Grundpreisangabe und vor allem den Steuersatz.

Gerade der Steuersatz verdient im Naturkostladen besondere Aufmerksamkeit. Viele Lebensmittel fallen in Deutschland unter den ermäßigten Satz, viele Non-Food-Artikel wie Kosmetik und Seife unter den regulären. Bei Abgrenzungsfällen, etwa bei bestimmten Getränken, Nahrungsergänzungsmitteln, ätherischen Ölen oder Arzneitees, sollten Sie nicht raten, sondern die Einordnung mit Ihrer Steuerberatung abstimmen. Für die Software heißt das: Der Satz muss je Artikel oder Warengruppe sauber hinterlegt sein, korrekt auf dem Beleg erscheinen und in den Berichten auswertbar sein.
Dazu drei Fragen, die sagen, ob ein System für Gewichtsware gebaut wurde:
- Funktionieren Bruchteile sauber? Nach einem Verkauf von 137 Gramm sollte der Bestand exakt sinken und nicht gerundet werden. Systeme mit Stücklogik erzeugen hier Zahlen, die vorhanden, aber unbrauchbar sind.
- Wie wird Abpacken gebucht? Wenn Sie aus einem 25-kg-Gebinde Haferflocken 500-g-Tüten füllen, muss der lose Bestand sinken und der Tütenbestand steigen. Ob dies ein eigener Vorgang oder zwei Bestandsbewegungen sind, sollten Sie sich zeigen lassen.
- Zwei Qualitäten desselben Produkts? Bio- und konventionelle Ware gehören in zwei Artikel, auch wenn sie gleich heißen. Sonst vermischen Sie zwei Margen und riskieren einen Nachweisfehler.
Bio-Ware: Warum die Kasse den Nachweis nicht ersetzt
Das ist die Besonderheit, die in keiner allgemeinen Kassenbroschüre steht. Wer Bio-Ware verkauft, bewegt sich im Rahmen der EU-Öko-Verordnung (VO (EU) 2018/848). Unternehmen, die Bio-Erzeugnisse lose verkaufen, abfüllen, umpacken oder selbst etikettieren, unterliegen in der Regel dem Kontrollverfahren einer Öko-Kontrollstelle. Ausnahmen für den reinen Verkauf verpackter Ware an Endverbraucher sind möglich und hängen von den Umständen ab. Ob und wie das auf Sie zutrifft, klären Sie mit Ihrer Kontrollstelle oder der zuständigen Behörde; das hier ist nur eine Orientierung.
Für die Softwarewahl ist daran vor allem eines wichtig: Prüferinnen und Prüfer interessieren sich dafür, wie Warenströme nachvollziehbar sind. Woher kam die lose Bio-Ware, wie viel wurde eingekauft, wie viel ging weg, und passt das mengenmäßig zusammen? Ein Artikelstamm, der Bio und konventionell klar trennt, und eine ordentliche Erfassung der Lieferantenrechnungen erleichtern das erheblich. Sie ersetzen aber weder Ihr Zertifikat noch die Belegablage.
Fragen Sie jeden Anbieter daher ganz nüchtern: Wie finde ich alle Einkäufe eines bestimmten Bio-Artikels in einem Zeitraum? Lassen sich Einkaufs- und Verkaufsmengen in Kilogramm gegenüberstellen? Kann ich das als Datei für die Kontrolle ausgeben? Auch wir sagen hier nichts zu, was unsere Produktseiten nicht beschreiben: Welda Stock erfasst Lieferantenrechnungen, Schuldenstand, Verkaufsberichte und Schwund. Eine spezielle Öko-Nachweisfunktion nennen wir nicht. Ob die vorhandenen Berichte für Ihre Kontrolle genügen, lässt sich am besten mit Ihren Unterlagen klären.
Waage, Tara und der eigene Behälter
Der Verkauf nach Gewicht ist der Moment, in dem sich ein System bewährt oder verrät. Eine etikettierende Waage druckt einen Barcode mit Artikelnummer und Gewicht oder Preis; die Kassensoftware liest ihn und legt Artikel, Menge und Betrag auf den Beleg. Abgepackte Ware kommt mit ihrer EAN dazu. Wie das technisch aufgebaut ist und welche Formate es gibt, beschreiben wir ausführlich im Beitrag zum Kassensystem mit Waage.
Im Naturkostladen kommen ein paar Eigenheiten dazu:
- Eigene Behälter: Bei Unverpackt-Angeboten bringt die Kundschaft Gläser und Dosen mit. Das Leergewicht muss zuverlässig abgezogen werden, und zwar bevor gefüllt wird. Welches Verfahren das an Ihrer Waage ist und ob die Kassensoftware davon überhaupt etwas mitbekommen muss, klären Sie vorab. Spielen Sie den Ablauf einmal in der Vorführung durch.
- Selbstbedienung oder Theke: Wiegt die Kundschaft selbst, sehen Etiketten und Abläufe anders aus als bei einer Bedienung an der Theke. Das verändert auch das Risiko falscher Artikelnummern.
- Kleine Mengen: 10 Gramm Safran oder 20 Gramm Kardamom stellen andere Anforderungen an Ablesbarkeit und Waage als 2 Kilogramm Kartoffeln.
- Geeichte Waage: Waagen im Verkauf nach Gewicht unterliegen dem Mess- und Eichrecht. Eine neue Software ändert daran nichts. Tauschen oder verstellen Sie nichts, bevor Sie mit dem Service und im Zweifel dem Eichamt gesprochen haben.
- Zwei Preislisten: Führen Waage und Kasse getrennte Preise, heißt jede Preisänderung doppelte Pflege. Fragen Sie, wer wo in wie vielen Schritten einen Preis ändert.
Bei Welda Stock werden Gewichts- und Preis-Barcodes von Ladenwaagen automatisch gelesen, abgepackte Ware kommt per Produkt-Barcode auf denselben Beleg, und der Artikel wird grammgenau vom Bestand abgebucht. Den Ablauf zeigt unsere Seite zur Software für Kräuter- und Naturwarenläden. Eine Zusage für ein bestimmtes Waagenmodell geben wir ungern ohne Test. Bringen Sie lieber ein paar Etiketten mit.
Großhandelslisten und Artikeldaten: Das unterschätzte Problem
Der zweite Punkt, den ein Standardvergleich übersieht, sind Stammdaten. Ein Naturkostladen kann schnell mehrere Tausend Artikel führen, oft von einem Naturkost-Großhandel und einigen Direktlieferanten. Preise ändern sich regelmäßig, Artikel kommen und gehen, Aktionen laufen zeitlich begrenzt. Wer das alles von Hand pflegt, hat nach wenigen Monaten veraltete Preise im System.
In der Branche werden Artikel- und Preisdaten häufig in Dateiform bereitgestellt, teils in branchenüblichen Formaten wie dem BNN-Format. Fragen Sie daher sehr konkret:
- Kann das System die Datei meines Großhändlers direkt einlesen, oder muss ich erst umformatieren?
- Werden Preisänderungen aktualisiert, ohne dass mein eigener Verkaufspreis ungewollt überschrieben wird?
- Bleiben Pflichtangaben wie Steuersatz und Warengruppe beim Import erhalten?
- Was passiert mit ausgelisteten Artikeln, die noch Restbestand haben?
Hier ist eine klare Abgrenzung fair: Für Welda Stock beschreiben wir den Import von Artikel-, Bestands- und Preislisten über Excel, bei der Einrichtung unterstützt unser Team. Eine direkte BNN-Anbindung nennen wir nicht. Für einen Kräuterladen mit einigen Hundert Artikeln und überschaubaren Lieferanten ist Excel meist gut machbar. Für einen Vollsortiment-Bioladen mit Tausenden wöchentlich wechselnden Großhandelsartikeln kann ein auf Naturkost spezialisiertes System die bessere Wahl sein. Das sollten Sie vor einem Kauf ehrlich abwägen, auch wenn es gegen uns spricht.
Marge: Was vom Kilo tatsächlich übrig bleibt
Der meistverkaufte Artikel ist nicht automatisch der ertragreichste. Das Rechnungsgewicht entspricht nicht dem verkauften Gewicht, weil Staub, Verschütten, Schwund und Bruch dazukommen. Ohne diese Betrachtung ist jede Marge geschönt.

Spielen wir das Beispiel weiter. Wäre der Artikel versehentlich mit 19 % statt 7 % hinterlegt, ergäbe sich netto ein Verkaufspreis von etwa 2,93 € statt 3,26 €, und der scheinbare Rohertrag läge bei rund 1,70 € statt 2,02 €. Auch umgekehrt ist ein Fehler teuer: Zu wenig ausgewiesene Steuer kann später bei einer Prüfung auffallen. Steigt dagegen der Einkaufspreis im Beispiel um 15 % auf 138 €, liegen die Kosten je 100 g bei rund 1,42 € und der Rohertrag bei etwa 1,84 €. Im Regal sieht alles gleich aus, und auch der Umsatzbericht verändert sich nicht. Nur ein Bericht, der mit aktuellen Einkaufspreisen arbeitet, zeigt, was tatsächlich passiert.
Drei Dinge sollten Sie in der Margenansicht verlangen:
- Marge je Artikel und Warengruppe. Nicht nur eine Summe, sondern die Spanne je Artikel, möglichst sortierbar, damit Spitzenreiter und Schlusslichter auf einen Blick sichtbar sind.
- Offengelegte Bewertungsmethode. Rechnet das System mit dem letzten Einkaufspreis oder einem Durchschnitt, wenn die neue Rechnung kommt und das alte Gebinde noch offen ist? Beides ist möglich. Sie sollten nur wissen, welche Zahl Sie gerade lesen.
- Sichtbare Ladenhüter. Eine Saat, die seit Monaten keiner kauft, bindet Kapital und Regalfläche.

Wer in dieser Art von Auswertung noch ungeübt ist, findet im Beitrag Lagerberichte richtig lesen einen guten Einstieg. Auch der beste Bericht ist aber nur so gut wie die Eingaben. Bei Welda Stock aktualisiert sich die Marge je Produkt, sobald Sie eine neue Lieferantenrechnung erfassen, und die Verbindlichkeit beim Lieferanten wird mit derselben Rechnung festgehalten. Legen Sie daher vor dem Kauf fest, wer Rechnungen wann erfasst. Ein fester Termin pro Woche ist für die meisten kleinen Läden realistischer als der Vorsatz „immer sofort“.
Kühlware, MHD und die Grenzen einer Warenwirtschaft
Anders als im reinen Gewürzladen führen viele Bioläden auch Molkereiprodukte, Frischware und Backwaren. Das verändert die Softwarefrage. Mindesthaltbarkeitsdaten laufen hier nach Tagen und nicht nach Monaten ab. Rückrufe betreffen konkrete Chargen. Saisonware wie Weihnachtsgebäck oder Spargelzeit-Artikel hat ein festes Ende.
Wägen Sie Ihren Bedarf ehrlich ab. Bei wenigen Datumsartikeln genügen oft Regelkontrollen und sauberes First-in-first-out. Hat ein großer Teil Ihres Sortiments knappe Daten, suchen Sie gezielt nach MHD- und Chargenverfolgung und fragen Sie, wie tief diese geht: Ist es nur ein Textfeld, oder warnt das System tatsächlich? Lässt sich nachvollziehen, welche Charge wann verkauft wurde?
Welda Stock führt MHD- oder Chargenwarnungen nicht als Funktion auf unseren Seiten. Verdorbene oder abgelaufene Ware lässt sich als Schwund erfassen. Ist die Datumsverfolgung für Sie Pflicht, machen Sie sie zur ersten Frage im Gespräch. Auch Pfand verdient eine eigene Prüfung: Wenn Sie viel Mehrweg führen, lassen Sie sich Pfandverkauf, Rückgabe und Auswertung an der Kasse konkret vorführen. Dazu machen wir hier keine Aussage, also fragen Sie direkt nach.
Rechtlicher Rahmen neben der Kasse
Die folgenden Punkte ergänzen die TSE-Frage und dienen nur der Orientierung. Sie ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung, und die Regeln können sich ändern.
- Aufbewahrung und GoBD: Kassendaten müssen in der Regel vollständig, unveränderbar und über die gesetzlichen Fristen verfügbar sein. Fragen Sie, wie der Export für die Betriebsprüfung abläuft und wem die Daten gehören, wenn Sie den Anbieter wechseln.
- Preisangaben: Die Preisangabenverordnung schreibt für viele Waren eine Grundpreisangabe vor, etwa je Kilogramm oder Liter. Für lose Ware ist das im Alltag besonders relevant. Prüfen Sie, ob Regal- und Waagenetiketten das liefern.
- Lebensmittelinformation: Auch für lose Lebensmittel gelten Informationspflichten, insbesondere zu Allergenen. Das ist in erster Linie Aufgabe Ihres Ladens, nicht der Kassensoftware. Besprechen Sie, wo diese Angaben bei Ihnen stehen.
- Gesundheitsbezogene Aussagen: Was Sie über Tees, Kräuter und Nahrungsergänzungsmittel sagen dürfen, regelt unter anderem die Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Auch die Grenze zum Arzneimittel ist heikel. Vorsicht also bei Regalschildern und Produktbeschreibungen.
- DSGVO: Kundenkarten, Anschreiben und Newsletter berühren personenbezogene Daten. Klären Sie, wo die Daten liegen, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht und wer Zugriff hat. Eine zusätzliche Eigenheit: Eine Notiz, wonach eine Kundin ein bestimmtes Produkt wegen einer Erkrankung kauft, kann auf Gesundheitsdaten hinauslaufen. Solche Vermerke gehören nicht in die Kundenkartei.
Welche Lösung zu welchem Laden passt
Nicht jeder Laden braucht das gleiche System. Ordnen Sie sich ehrlich ein:
| Ihr Laden | Sinnvoller Ausgangspunkt | Darauf achten |
|---|---|---|
| Vollsortiment-Bioladen mit Tausenden Artikeln und Frische | Auf Naturkost spezialisiertes Kassen- und Warenwirtschaftssystem | Großhandelsdaten, MHD, TSE-Nachweis |
| Kräuter- oder Gewürzladen mit Hunderten Artikeln und viel loser Ware | Bestand und Verkauf mit Waagen-Barcodes, Kassenfrage separat geklärt | Waage, Artikelstamm, Marge |
| Kleiner Stand oder Hofladen, wenige Artikel | Einfache TSE-Kasse, Bestand ggf. von Hand | Grenzen beim Margenüberblick |
| Vorhandene TSE-Kasse, aber kein Überblick über Bestand | Warenwirtschaft ergänzen | Abgleich der Verkäufe zwischen beiden Systemen |
| Mehrere Filialen oder separates Lager | Software mit Bestand je Standort | Rechte, Umlagerung, Auswertung je Filiale |
| Eigene Mischungen und Abfüllung für den Wiederverkauf | System mit Rezepturen und Chargen | Kennzeichnung, Öko-Kontrolle, Rückverfolgung |
Auch kostenlose Kassenprogramme tauchen in Ihrem Vergleich auf. Bevor Sie sich darauf einlassen, klären Sie die TSE-Frage und prüfen, was bei der Datenausgabe passiert. Die Ersparnis an der Lizenz ist schnell verflogen, wenn die Kassenführung nicht trägt.
Zur Vorführung die letzte Großhandelsrechnung mitbringen
Die vorbereitete Vorführung eines Anbieters läuft fast immer glatt, weil sie auf passenden Daten beruht. Bringen Sie daher Ihre eigenen mit: zwanzig Artikel aus Ihrem Sortiment, drei echte Etiketten Ihrer Waage, eine Großhandelsrechnung und, falls vorhanden, eine aktuelle Preisliste Ihres Lieferanten. Schicken Sie die Unterlagen möglichst vorher, damit der Termin wirklich ein Test wird.

Die Anmeldung mit einem Kassenkonto wirkt unscheinbar, ist aber wichtig. Einkaufspreise und Margen gehören zum Wertvollsten, was Ihr Laden an Informationen hat, und sie sollten nicht jeder Aushilfe offenstehen. In Welda Stock legen Sie für Kasse, Lager und Leitung getrennte Berechtigungsstufen fest; die Kasse nutzt nur den Verkaufsbildschirm.
Fragen Sie auch, was bei einem Internetausfall geschieht. Welda Stock ist webbasiert und läuft über die Internetverbindung, instabile Leitungen sollten Sie also früh ansprechen. Andere Systeme arbeiten hier anders. Eine klare Antwort sollten Sie von jedem bekommen, bevor ausgerechnet am Samstagvormittag die Leitung ausfällt.
Angebote lesen: Waage, TSE und Terminal mitrechnen
Eine einzelne Summe im Angebot sagt wenig aus. Das eine enthält Einrichtung, Datenübernahme und Schulung, das andere führt sie gesondert auf. Bestimmt werden die Kosten meist durch:
- die Anzahl der Benutzer, Kassenplätze und Filialen
- den Umfang der Datenübernahme und die Pflege von Großhandelsdaten
- Waage, Scanner, Bondrucker, Kassenschublade und deren Einrichtung
- TSE-Lösung einschließlich Zertifikatslaufzeit und möglicher Erneuerung
- Wartung, Updates, Support, Zahlungsterminal und Schnittstellen zur Buchhaltung
Versteckte Kosten zeigen sich häufig bei zusätzlichen Kassenplätzen, kostenpflichtigen Berichtsmodulen, Terminalverträgen und dem DATEV-Export. Rechnen Sie außerdem mit: Ohne etikettierende, geeichte Waage steckt die größere Investition womöglich dort und nicht in der Software. Legen Sie eine Tabelle an, stellen Sie allen Anbietern die gleichen schriftlichen Fragen, und rechnen Sie die Gesamtkosten über drei Jahre selbst aus.
Bei Welda Stock fällt eine einmalige Einrichtungsgebühr an; Einrichtung, Excel-Übernahme und Schulung gehören zum Angebot. Die Höhe hängt von Benutzern, Standorten und Artikeln ab und wird im kostenlosen Gespräch geklärt. Wenn Sie diese Zahlen vorab bereithalten, geht es schneller.
Umstieg: erst der Artikelstamm, dann die Kasse
Der schwierige Teil eines Systemwechsels ist selten die Technik, sondern der unaufgeräumte Bestand an Daten. Welda Stock ist webbasiert, die Einrichtung ist meist am selben Tag abgeschlossen. Trotzdem kann kein Team Ihre Artikelliste für Sie richtig deuten, wenn sie widersprüchlich ist. Einzelheiten zur Datenübernahme finden Sie im Beitrag Von Excel zur Warenwirtschaft.

Zwei Risiken sind typisch für diese Branche. Das erste ist der Anfangsbestand: Geschätzte Mengen für offene Säcke und Schütten machen die ersten Monatsberichte praktisch wertlos. Wiegen Sie mindestens die Schnelldreher und arbeiten Sie den Rest abschnittsweise ab. Das zweite ist die Kassenführung im Übergang. Ein Wechsel der Hauptkasse berührt Meldepflicht und Aufbewahrung der Altdaten, und das alte System darf nicht einfach im Keller verschwinden. Stimmen Sie den Stichtag mit Ihrer Steuerberatung ab und wählen Sie eine ruhige Woche, außerhalb der Hochsaison für Tee, Backzutaten und Geschenke.
Welda Stock im Naturkostladen: ein ehrlicher Zuschnitt
Wer nach einem Kassensystem Naturkostladen sucht und vor allem Bestand, Wiegeverkauf und Marge in den Griff bekommen will, sollte sich Welda Stock ansehen: Hunderte Artikel in einer Liste, Waagen-Barcodes, Marge je Produkt bei Preisänderungen, Schwund und Inventur, Lieferantenschulden an einer Stelle, getrennte Rechte und weitere Standorte im selben System. Am ehesten passt das zu Kräuter-, Gewürz- und Naturwarenläden mit überschaubarer Lieferantenzahl.
Weniger gut passt es, wenn Sie eine TSE-Hauptkasse mit klarer Herstellerzusage brauchen, Großhandelsdaten direkt im BNN-Format einlesen möchten, MHD und Chargen tagesgenau steuern, automatisch mit Rezepturen arbeiten oder ohne Internet verkaufen müssen. Nichts davon sagen wir auf unseren Seiten zu. Ist einer dieser Punkte unverzichtbar, sprechen Sie uns früh darauf an oder wählen Sie ein spezialisiertes System. Ein paar Monate mit der falschen Software kosten mehr als ein etwas späterer Start mit der richtigen.
Häufige Fragen
Braucht ein Naturkostladen immer eine TSE-Kasse?
Wer ein elektronisches Aufzeichnungssystem mit Kassenfunktion einsetzt, muss es grundsätzlich mit einer zertifizierten TSE absichern. Eine reine offene Ladenkasse unterliegt anderen Anforderungen, kann aber im Alltag mit loser Ware und vielen Artikeln mühsam werden. Klären Sie die Einzelheiten mit Ihrer Steuerberatung.
Bietet Welda Stock eine TSE?
Auf unseren Seiten geben wir dazu keine Zusage. Wenn Sie eine neue Hauptkasse für Deutschland suchen, klären Sie das vor allem anderen im Gespräch und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Das gilt auch für jeden anderen Anbieter.
Kann ich weiter meine vorhandene Waage nutzen?
Oft ja, sofern sie Etiketten mit einem lesbaren Barcode druckt und geeicht bleibt. Ob es in Ihrem Fall klappt, zeigt nur ein Test mit echten Etiketten. Tauschen Sie die Waage nicht aus, bevor Sie diesen Test gemacht haben.
Muss ich Hunderte Artikel einzeln anlegen?
Nein. Artikel, Barcodes, Bestände und Preise lassen sich bei Welda Stock per Excel übernehmen, das Team unterstützt bei der Einrichtung. Eine unaufgeräumte Liste sollten Sie vorher bereinigen, das spart am Ende am meisten Zeit.
Lohnt es sich, Schwund bei loser Ware zu erfassen?
Ja. Was je Wägung unbedeutend wirkt, kann sich bis zum Monatsende zu einer spürbaren Differenz summieren. Ohne Schwundbuchung sieht die Marge besser aus, als sie ist. Meist genügt es, die Differenz je Gebinde oder Schütte in festen Abständen zu buchen.
Wie erfahre ich, was das System kostet?
Notieren Sie Benutzer, Standorte, Artikelzahl und Hardware, und holen Sie von allen Anbietern Angebote für denselben Umfang ein. Für Welda Stock klären wir das in einem kostenlosen, unverbindlichen Gespräch.
Wie führe ich Bio- und konventionelle Ware im System?
Grundsätzlich als getrennte Artikel, auch bei gleichem Produktnamen. So bleiben Margen und Mengen auseinander, und Sie finden Einkäufe und Verkäufe je Artikel leichter wieder. Welche Nachweise konkret gefordert sind, klären Sie mit Ihrer Kontrollstelle.
Zum Schluss: drei Artikel, eine Probe
Notieren Sie drei Artikel: Ihre meistgewogene lose Ware, Ihren besten abgepackten Artikel und die Mischung oder Warengruppe, von der Sie glauben, dass sie am meisten abwirft. Jedes Kassensystem für den Naturkostladen sollte Ihnen Verkauf, Bestand und Ertrag dieser drei zeigen können, und vom ersten Tag an verständlich. Wenn Sie das mit Welda Stock ausprobieren möchten, vereinbaren Sie ein kostenloses Gespräch. Erzählen Sie uns von Sortiment, Waage und Kasse; dann sehen wir gemeinsam, ob es passt, und klären dabei auch den Preis.