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E-Commerce

Shop Migration Kosten: Wovon sie abhängen und wann sich der Wechsel lohnt

Welda-Team14 Min. Lesezeit1 November 2026

Die Kosten einer Shop-Migration lassen sich seriös erst nennen, wenn Katalog, Schnittstellen und Sonderfunktionen bekannt sind. Sie setzen sich aus der Einrichtung des neuen Shops, der Datenmigration, den Weiterleitungen, der Neuanbindung von Warenwirtschaft, Zahlung und Versand, der rechtlichen Prüfung und dem Umsatz zusammen, der während des Wechsels gefährdet ist. Ob sich der Wechsel lohnt, entscheidet eine einfache Frage: Bremst das aktuelle Shopsystem Ihr Geschäft messbar, und lässt sich diese Grenze weder durch ein Update noch durch einen Relaunch beseitigen?

Dieser Beitrag richtet sich an Shop-Betreiber und E-Commerce-Verantwortliche, die vor genau dieser Entscheidung stehen. Eine Preisspanne ohne Blick auf Ihren Shop wäre nur Scheingenauigkeit. Sie erfahren daher, welche Faktoren den Aufwand bestimmen, wie Sie Angebote vergleichbar machen, welche rechtlichen Punkte beim Umzug neu zu prüfen sind und wie sich der Termin sinnvoll planen lässt. Alle Zahlen im Text sind Beispiele und klar als solche gekennzeichnet.

Update, Relaunch oder Migration: erst die richtige Frage stellen

Drei Begriffe werden in Projektgesprächen häufig durcheinandergeworfen, obwohl sie sehr unterschiedliche Budgets auslösen. Beim Update bleiben Sie auf Ihrem System und wechseln auf eine neuere Version. Beim Relaunch erneuern Sie Design und Struktur, das System bleibt aber im Wesentlichen dasselbe. Bei der Migration ziehen Sie mit Daten, Adressen und Prozessen auf ein anderes System um. Wer ein altmodisches Layout loswerden möchte, braucht meist keine Migration. Wer dagegen seine B2B-Preislisten oder mehrere Lager nicht abbilden kann, kommt mit einem neuen Theme nicht weit.

Entscheidungsschema, das vier typische Shop-Probleme jeweils Relaunch, Update oder Migration zuordnet
Prüfen Sie für jedes Problem, ob es wirklich eine Grenze des Systems ist oder nur der aktuellen Einrichtung.

Bevor Sie Angebote einholen, lohnt sich eine nüchterne Bestandsaufnahme. Schreiben Sie auf, was Sie im letzten halben Jahr konkret behindert hat. Notieren Sie zu jedem Punkt die Häufigkeit, die Kosten in Arbeitsstunden oder entgangenem Umsatz und die schriftliche Antwort des aktuellen Anbieters. Langsame Seiten gehören zuerst auf den Prüfstand: Bilder, Skripte, Plugins und das Hosting-Paket verursachen oft mehr Probleme als das System selbst, und diese Altlasten würden Sie mitnehmen. Bleiben am Ende nur ein oder zwei echte Grenzen übrig, ist eine Bereinigung vermutlich die bessere Investition. Zeigen dagegen mehrere Punkte auf denselben strukturellen Engpass, etwa das Datenmodell oder die Schnittstellen, haben Sie eine belastbare Begründung für den Umzug.

Ein Sonderfall ist das Ende der Herstellerunterstützung. Wenn Ihr Shopsystem oder eine zentrale Erweiterung keine Sicherheitsupdates mehr erhält, ist das nicht nur ein technisches Thema, sondern auch eines für den Datenschutz, denn Sie verarbeiten dort Kundendaten. Eine Migration, die Sie heute in Ruhe planen, ist fast immer günstiger als eine, zu der Sie eine Sicherheitslücke zwingt.

Was die Shop Migration Kosten tatsächlich treibt

Zwei Shops können auf dasselbe Zielsystem wechseln und trotzdem völlig unterschiedliche Budgets brauchen. Das sichtbare Design ist dabei selten der größte Posten. Mehr Aufwand steckt meist in allem, was Daten bewegt und Systeme miteinander verbindet, also in dem Teil, den man im fertigen Shop nicht sieht.

Balkendiagramm mit beispielhafter Verteilung der Personentage auf Schnittstellen, Datenmigration, Tests, Shop-Einrichtung, SEO, Recht und Schulung
Beispielhafte Verteilung: Das Design macht nur einen Teil des gesamten Aufwands aus.
KostentreiberErhöht den Aufwand, wenn …Das sollte im Angebot stehen
Katalog und Datenviele Varianten, uneinheitliche Attribute, eingeschränkter Export aus dem AltsystemWelche Objekte, welche Mengen, wie viele Probeimporte
SchnittstellenWarenwirtschaft, Buchhaltung, Versanddienstleister und Marktplätze angebunden sindNamentliche Liste, Richtung des Datenflusses, Fehlerbehandlung
SonderfunktionenKundengruppenpreise, Staffelpreise, Sets, Abos oder Konfiguratoren nötig sindStandard, Erweiterung oder Eigenentwicklung und wer sie wartet
SEO und Weiterleitungengroßes Produktarchiv, geänderte Kategoriestruktur, mehrere SprachenWer die Liste erstellt und wer sie abnimmt
Designindividuelles Theme statt angepasster VorlageUmfang der Entwürfe und Anzahl der Korrekturschleifen
Nachbetreuungkleines internes Team, knapper Abstand zum SaisongeschäftDauer, Reaktionszeit und ausgeschlossene Leistungen

Hinzu kommen Posten, die in keinem Dienstleisterangebot auftauchen, weil sie auf Ihrer Seite entstehen. Dazu gehören die Doppellaufzeit von Alt- und Neusystem, kostenpflichtige Erweiterungen im neuen System, neue Vertragskonditionen bei einem Wechsel des Zahlungsanbieters, die Arbeitszeit Ihres Teams für Tests und Einarbeitung, verschobene Kampagnen rund um den Wechsel sowie Rechnungen Dritter, etwa wenn Ihr Warenwirtschaftsanbieter eine Anpassung vornehmen muss. Einen Überblick über die laufenden Kosten eines Shops bietet unser Beitrag zu den Kosten eines Onlineshops.

Rechnen Sie außerdem die Gegenseite durch, denn auch das Bleiben kostet Geld. Ein Beispiel: Wenn Ihr Team pro Woche zehn Stunden mit manuellen Korrekturen an Bestellungen und Beständen verbringt, kommen im Jahr rund 520 Stunden zusammen. Multiplizieren Sie das mit Ihrem internen Stundensatz, ergänzen Sie den entgangenen Rohertrag aus nicht realisierbaren Verkäufen wie einem fehlenden B2B-Kanal und addieren Sie Kosten aus Überverkäufen. Trennen Sie dabei Belegtes von Geschätztem. Erst diese Summe, über zwei bis drei Jahre gerechnet, ist der ehrliche Vergleichswert zum Angebot.

Warenwirtschaft, DATEV, DHL: der deutsche Schnittstellenteil

Bei deutschen Händlern hängt am Shop meist eine ganze Prozesskette, und genau dort entstehen bei einer Migration die Überraschungen. Viele Betriebe arbeiten mit einer Warenwirtschaft wie JTL, Xentral oder plentymarkets, die Bestände, Rechnungen und Marktplätze steuert. Der erste Prüfpunkt ist daher nicht das Shop-Design, sondern die Frage, ob es für die gewünschte Kombination aus Warenwirtschaft und Zielsystem eine gepflegte Anbindung gibt, wer sie betreut und welche Felder sie tatsächlich überträgt. Lassen Sie sich das vom jeweiligen Anbieter bestätigen und testen Sie es mit echten Beispielbestellungen.

Die Buchhaltung ist der zweite Punkt. Wenn Ihr Steuerberater Daten per DATEV-Export erhält, müssen Rechnungsnummern, Steuersätze, Erlöskonten und Zahlungsarten nach dem Umzug weiterhin sauber ankommen. Ein Testmonat mit Ihrem Steuerbüro vermeidet böse Überraschungen beim nächsten Abschluss. Fragen Sie außerdem nach dem Stichtag: Der Wechsel zur Monatsmitte erzeugt zwei Datenquellen in einem Buchungszeitraum. Das geht, muss aber bewusst geregelt werden.

Beim Bezahlen zählen hierzulande Gewohnheiten. PayPal, Kauf auf Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte und Apple Pay sind nicht überall gleich abgebildet. Wenn ein Rechnungskauf einen großen Teil Ihrer Bestellungen ausmacht, muss der neue Checkout diesen Weg ebenso sicher anbieten, einschließlich Teilretouren und Gutschriften. Auch beim Versand gilt das: DHL-, Hermes- oder DPD-Etiketten, Retourenscheine und Sendungsverfolgungs-E-Mails müssen im Alltag reibungslos funktionieren. Mehr zur Auswahl dieser Bausteine lesen Sie im Beitrag über E-Commerce-Integrationen für Versand und Zahlung.

Verkaufen Sie zusätzlich im Ladengeschäft, betrifft der Wechsel unter Umständen auch die Kasse. Die Kassensicherungsverordnung mit ihrer TSE-Pflicht richtet sich an elektronische Aufzeichnungssysteme vor Ort, nicht an den reinen Online-Checkout. Sobald aber Shop und Kasse Bestände oder Belege teilen, sollte vor dem Umzug klar sein, was sich ändert. Klären Sie das mit Ihrem Kassenanbieter und Ihrem Steuerberater; wir können hier nur auf das Thema hinweisen, keine steuerliche Auskunft geben.

Rechtliches wandert nicht automatisch mit um

Ein neuer Shop ist auch rechtlich eine neue Situation. Texte, die im alten System korrekt waren, passen möglicherweise nicht mehr zu den neuen Abläufen, und in Deutschland können Fehler im Shop zu Abmahnungen führen. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung, zeigt aber, was Sie beim Umzug auf die Liste setzen sollten. Planen Sie dafür ein eigenes Budget und eine fachkundige Prüfung ein.

Prüfliste mit zehn rechtlichen Punkten beim Shop-Umzug, darunter Auftragsverarbeitung, Consent, Widerruf und Barrierefreiheit
Diese Liste ersetzt keine Rechtsberatung, sie hilft nur, nichts zu übersehen.

Beim Datenschutz ist die DSGVO der Rahmen. Mit jedem neuen Dienstleister, der Kundendaten verarbeitet, sollten Verträge zur Auftragsverarbeitung vorliegen, und wenn Hosting oder Erweiterungen außerhalb der EU laufen, stellt sich die Frage nach dem Drittlandtransfer. Die Datenschutzerklärung muss die tatsächlich eingesetzten Tools abbilden. Da sich mit dem System auch Skripte und Tracking ändern, muss das Consent-Banner neu eingerichtet und geprüft werden. Newsletter-Einwilligungen übernehmen Sie am besten mitsamt Datum und Nachweis, denn ohne Nachweis wird der Versand an diese Liste heikel.

Im Checkout verdienen Bestellbutton, Pflichtangaben, Widerrufsbelehrung, Grundpreise und die Ausweisung der Versandkosten eine eigene Abnahme, gerade wenn das neue System aus einer anderen Rechtsordnung stammt und seine Standardtexte dort zu Hause sind. Bei der Aufbewahrung gilt: Rechnungen und buchhaltungsrelevante Daten aus dem Altsystem müssen auch nach der Abschaltung verfügbar bleiben. Bevor Sie den alten Server kündigen, klären Sie mit Ihrem Steuerberater Fristen und Exportformat. Zudem ist je nach Unternehmensgröße das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz zu beachten. Ob und wie es für Sie gilt, sollte im Zuge der Migration geklärt werden, weil sich Anforderungen beim Neuaufbau einfacher berücksichtigen lassen als nachträglich.

Weiterleitungen und SEO: wo sich der Umzug entscheidet

Ein Onlineshop lebt von Adressen, die über Jahre Rankings und Links gesammelt haben. Ändert sich die URL-Struktur, braucht jede relevante alte Adresse ein passendes neues Ziel per 301-Weiterleitung. Eine vorübergehende Schwankung der Sichtbarkeit ist normal, und seriös kann sie niemand ausschließen. Dauerhafte Verluste gehen aber meist auf ausgelassene Schritte zurück. Das allgemeine Vorgehen finden Sie in unserer SEO-Checkliste zum Website-Umzug. Hier geht es um das, was bei Shops besonders ist.

Erstellen Sie das URL-Inventar aus mehreren Quellen: Crawl, Search Console, Webanalyse, Server-Logs und Backlink-Bericht. Der Crawl allein findet weder ausverkaufte Produkte, die noch Besucher bringen, noch alte Aktionsseiten mit wertvollen Links. Danach folgt die Priorisierung, denn nicht jede URL braucht denselben Aufwand. Tausende Produktseiten lassen sich oft per Regel umleiten; die veränderte Kategoriestruktur braucht menschliches Urteil, und die wenigen Seiten mit den meisten Besuchern und Links werden einzeln geprüft.

Trichter, der alle gefundenen URLs auf regelbasierte, einzeln zugeordnete und einzeln geprüfte Weiterleitungen eingrenzt
Beispielhafte Priorisierung: Die Sorgfalt gehört an die Stellen, an denen Umsatz hängt.

Typische Stolperfallen im Shop-Umfeld sind diese: Manche gehosteten Systeme geben feste URL-Präfixe vor, sodass sich Ihr bisheriges Muster nicht übernehmen lässt. Klären Sie das bereits vor der Systemwahl. Umlaute in alten Adressen können in kodierter Form und in Umschrift vorliegen, und beide Varianten gehören in die Liste. Filter- und Sortierparameter erzeugen Dubletten, wenn die Canonical-Regeln nicht mit umziehen. Ausverkaufte Produkte pauschal auf die Startseite zu leiten, ist kein guter Ersatz; besser ist die nächstliegende Kategorie oder ein passendes Alternativprodukt. Alte Weiterleitungsketten sollten aufgelöst werden, damit jede Adresse direkt ihr endgültiges Ziel erreicht.

Weiterleitungen allein reichen nicht. Seitentitel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Produktdaten, Bild-URLs und interne Verlinkung müssen ebenfalls übernommen werden, und die Sperre der Testumgebung für Suchmaschinen muss am Go-live-Tag entfernt sein. Die Dokumentation von Google zu Website-Umzügen empfiehlt, Weiterleitungen möglichst lange, in der Regel mindestens ein Jahr, aktiv zu lassen. Halten Sie sich daran, und behalten Sie die alte Domain ebenfalls. Worauf es bei Kategorie- und Produktseiten nach dem Umzug ankommt, erklärt der Beitrag zur E-Commerce-SEO für organische Verkäufe.

Um den Wert dieses Arbeitspakets einzuordnen, hilft eine kurze Beispielrechnung. Angenommen, ein Shop erzielt 80.000 Euro Umsatz im Monat über die organische Suche, also rund 18.600 Euro pro Woche. Bei sechs Wochen Unruhe und einem angenommenen Rückgang von einem Viertel wären etwa 27.900 Euro Umsatz gefährdet. Diese Annahme ist kein Richtwert, sondern eine Planungsgröße. Rechnen Sie sie mit Ihren eigenen Zahlen in mehreren Varianten durch. Sie zeigt, warum sich an der Prüfung der Weiterleitungen zu sparen selten lohnt.

Daten: was mitkommt und was eine Entscheidung braucht

„Alle Daten werden übernommen“ ist die teuerste Unschärfe in einem Migrationsangebot. Produkte lassen sich leicht exportieren. Schwierig wird es bei den Beziehungen dazwischen: Größen, die zur falschen Farbe gehören, Bestellungen ohne das richtige Kundenkonto, Bewertungen ohne ihr ursprüngliches Datum. Lassen Sie sich deshalb je Objekt beschreiben, was migriert wird: Produkte, Varianten, Bilder, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, Bewertungen, Einwilligungen.

Passwörter lassen sich meist nicht übernehmen, weil sie nur als Hash gespeichert sind und die Verfahren sich unterscheiden können. Planen Sie also eine Ankündigung per E-Mail, den Gastkauf als Ausweichweg und eine verständliche Maske zum Zurücksetzen. Gutscheinguthaben sind faktisch Verbindlichkeiten gegenüber Ihren Kunden und brauchen einen exakten Abgleich. Gespeicherte Zahlungsdaten und Abo-Vereinbarungen liegen in der Regel beim Zahlungsanbieter; ob sie sich bei einem Wechsel übertragen lassen, hängt von den beteiligten Anbietern ab.

Planen Sie mindestens zwei Probeimporte ein und prüfen Sie jedes Mal zweifach. Zunächst vergleichen Sie die Mengen: Bei beispielsweise 1.200 Produkten und 4.300 Varianten im Altsystem müssen im neuen System dieselben Zahlen stehen. Anschließend prüfen Sie Stichproben von Hand, etwa 50 zufällig gewählte Produkte auf Preis, Bestand, Bild und Kategorie sowie die Bestellhistorie von 20 Kunden. Nutzen Sie die Gelegenheit zur Bereinigung. Auslaufartikel, doppelte Artikelnummern und leere Attribute sind jetzt am günstigsten zu beseitigen.

Angebote vergleichen: Festpreis gegen Aufwand

Wer drei Angebote nebeneinanderlegt, vergleicht meist drei verschiedene Leistungsumfänge. Ein niedriger Festpreis kann bedeuten, dass Weiterleitungen, der zweite Probeimport oder die DATEV-Prüfung schlicht nicht enthalten sind. Schicken Sie deshalb allen Anbietern denselben schriftlichen Fragenkatalog und übertragen Sie die Antworten in eine eigene Tabelle. Wo etwas ausgeschlossen ist, setzen Sie Ihre eigene Schätzung ein und markieren sie. Erst danach sind die Summen vergleichbar.

Vergleich von Festpreisangebot und Abrechnung nach Aufwand mit Eignung, Risiken und Prüfpunkten
Kein Modell ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, wie genau der Umfang beschrieben ist.

Diese Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen:

  • Welche Datenobjekte migrieren Sie, wie viele Probeläufe sind enthalten, und wer nimmt das Ergebnis ab?
  • Wer erstellt die Weiterleitungsliste, aus welchen Quellen, und wie viele URLs werden einzeln geprüft?
  • Welche Schnittstellen sind namentlich enthalten, und was passiert bei einem Übertragungsfehler?
  • Wie werden Änderungswünsche bewertet und freigegeben, und zu welchem Satz?
  • Wie lange dauert die Betreuung nach dem Go-live, und welche Reaktionszeit gilt?
  • Wem gehören Code, Theme, Analyse- und Werbekonten? Was bleibt Ihnen, wenn die Zusammenarbeit endet?
  • Welche Rechtstexte und Prüfungen sind enthalten, und wofür brauchen Sie eine externe Kanzlei?

Ergänzen Sie die laufenden Kosten für mindestens zwei bis drei Jahre, einschließlich Plattformgebühren, Erweiterungen, Hosting, Wartung und Betreuung. Erst dann sehen Sie, ob ein Angebot mit niedrigem Einstieg auf längere Sicht tatsächlich günstiger ist.

Der Termin: rückwärts vom Weihnachtsgeschäft planen

Für viele Händler entscheidet das vierte Quartal über das Jahresergebnis. Ein Go-live im Oktober oder November mag technisch möglich sein, ist aber wirtschaftlich riskant, weil kleine Fehler dann genau in den teuersten Wochen auffallen. Planen Sie deshalb vom Black-Friday-Termin aus rückwärts, sodass der neue Shop vorher einige ruhige Wochen laufen konnte. Ist der Zeitraum schon zu knapp, ist der Januar oder ein umsatzschwacher Monat Ihrer Branche meist die bessere Wahl. Bei saisonalen Sortimenten wie Gartenbedarf oder Sportartikeln verschiebt sich die Logik natürlich entsprechend.

Beispielzeitplan von der Bestandsaufnahme im Februar bis zur Stabilisierung im Oktober vor dem Weihnachtsgeschäft
Beispielplan: Die Dauer der Phasen hängt von Katalog und Schnittstellen ab.

Legen Sie für den Umzugstag einen Ablauf mit Namen und Uhrzeiten fest. Wann werden Daten eingefroren, wer übernimmt den Delta-Import, wann wurde die TTL der Domain gesenkt, wer gibt die erste Echtbestellung auf? Legen Sie auch das Rückfallkriterium vorab fest, etwa: „Wenn Zahlungen nicht möglich sind und die Lösung nach zwei Stunden nicht absehbar ist, gehen wir zurück.“ Im Ernstfall lässt sich das nicht mehr in Ruhe entscheiden. Regeln Sie außerdem, was mit Bestellungen geschieht, die während der Umstellung noch im alten Shop eingehen.

In den ersten 30 Tagen hilft eine kurze tägliche Kontrolle: 404-Berichte, Fehler bei Weiterleitungen, erfolgreiche Zahlungen, Marktplatz- und WaWi-Synchronisierung, Crawling-Status in der Search Console sowie der Abgleich der Käufe in GA4 mit den tatsächlichen Bestellungen. Sichern Sie vor dem Umzug Ihre Ausgangswerte. Schwankungen in der organischen Sichtbarkeit können einige Wochen andauern. Bricht dagegen die Zahl der abgeschlossenen Bestellungen plötzlich ein, liegt vermutlich ein Fehler vor, der sofort behoben werden muss.

Wann Sie die Migration besser verschieben

Eine Migration löst keine Probleme, die an anderer Stelle entstehen. Sinken Ihre Verkäufe wegen Werbekosten, Sortiment oder Preiswettbewerb, wird ein neues System daran nichts ändern und Sie zugleich Monate an Aufmerksamkeit kosten. Auch die beste Demo ist kein Grund: Demos zeigen den idealen Shop, nicht Ihre Daten. Lassen Sie sich deshalb Ihre schwierigsten Fälle zeigen, wie Staffelpreise, Teilretouren oder Ihren größten Variantenartikel.

Gegenüberstellung von Gründen für und gegen eine Shop-Migration zum aktuellen Zeitpunkt
Treffen zwei oder mehr Punkte der rechten Spalte zu, ist Vorbereitung vermutlich die bessere erste Investition.

Unterschätzt wird oft die Personalfrage. Eine Migration lässt sich nicht vollständig auslagern. Auf Ihrer Seite braucht es jemanden, der die Produktdaten kennt, Entscheidungen treffen darf und Zeit zum Testen hat. Wenn dieselbe Person gerade das Saisongeschäft steuert, muss etwas anderes warten. Umgekehrt gilt: Hat Ihr Anbieter das Support-Ende für etwas Wesentliches angekündigt, wird Warten nur teurer, und dann sollten Sie den Wechsel lieber bewusst vorziehen.

Was Welda übernimmt und was nicht

Wir bauen mobil-optimierte Shops auf Shopify oder WooCommerce, strukturieren den Produktkatalog, binden Zahlung und Versand an, halten Marktplätze wie Amazon und Etsy mit dem Shop synchron und richten die Messung mit GA4 Enhanced Ecommerce und dem Meta-Pixel ein. Nach dem Launch können wir die Conversion weiter betreuen, oder Sie führen das Tagesgeschäft selbst. Wer Bestand, Shop und stationären Verkauf gemeinsam verwalten möchte, kann Welda Stock ergänzend einsetzen.

Ehrlich gesagt passt nicht jede Migration zu uns. Shopware, JTL-Shop oder große Enterprise-Suiten gehören nicht zu den Plattformen, die auf unserer Leistungsseite stehen; wollen Sie gezielt dorthin wechseln, sprechen wir das gleich zu Beginn offen an. Rechtstexte erstellen wir nicht als Kanzlei, dafür brauchen Sie einen spezialisierten Dienstleister oder Anwalt. Wie viele Daten sich übernehmen lassen, hängt zudem davon ab, was Ihr Altsystem exportieren kann, weshalb wir vor einer ersten Prüfung nichts versprechen.

Wenn Sie Ihre Shop Migration Kosten konkret einschätzen möchten, bringen Sie Ihre Problemliste und Ihre Beispielrechnung in ein kostenloses Erstgespräch mit. Feste Listenpreise veröffentlichen wir nicht; das Honorar hängt von Plattform, Produktanzahl, Integrationen und dem gewünschten Betreuungsumfang ab und wird im Gespräch geklärt. Sollte sich dabei zeigen, dass Bleiben die bessere Wahl ist, sagen wir Ihnen das auch.

Häufige Fragen

Wovon hängen die Kosten einer Shop-Migration am stärksten ab?

In der Regel von Katalogkomplexität, Zahl der Schnittstellen und Sonderfunktionen, weniger vom Design. Eine belastbare Schätzung der Shop Migration Kosten sollte nach diesen Faktoren aufgeschlüsselt sein und nicht als Pauschale ohne Leistungsbeschreibung kommen.

Wie lange dauert eine Shop-Migration?

Das hängt von Katalog, Schnittstellen und der Entscheidungsgeschwindigkeit Ihres Teams ab. Ein einfacher Shop mit wenigen Anbindungen und ein Shop mit Warenwirtschaft, DATEV und Marktplätzen haben sehr unterschiedliche Zeitpläne. Planen Sie rückwärts vom Saisongeschäft und reservieren Sie feste Zeit für Probeimporte.

Verliere ich bei der Migration meine Google-Rankings?

Vorübergehende Schwankungen kommen häufig vor, und niemand kann seriös das Gegenteil garantieren. Eine vollständige Weiterleitungsliste, übernommene Titel und strukturierte Daten, geprüfte Crawling-Einstellungen und Monitoring nach dem Launch senken das Risiko dauerhafter Verluste deutlich.

Muss ich meine Kunden über die Migration informieren?

Praktisch ist das fast immer sinnvoll, schon weil Passwörter häufig zurückgesetzt werden müssen. Ändern sich zudem Dienstleister oder Datenverarbeitung, muss die Datenschutzerklärung angepasst werden. Ob weitergehende Informationspflichten bestehen, klären Sie am besten mit Ihrem Datenschutzberater.

Was passiert mit alten Rechnungen und Bestelldaten?

Sie müssen auch nach dem Umzug für die gesetzlichen Fristen verfügbar bleiben, unabhängig davon, ob sie ins neue System übernommen werden. Klären Sie Exportformat und Fristen mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie das alte System abschalten.

Lohnt sich Bleiben manchmal mehr als Wechseln?

Ja, nämlich dann, wenn Probleme eher an Bildern, Plugins, Hosting oder Abläufen liegen als an echten Systemgrenzen. Berechnen Sie die jährlichen Kosten des Bleibens und vergleichen Sie sie über zwei bis drei Jahre mit dem Gesamtaufwand der Migration.

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